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Heraklit

Der richtige Finanzierungsmix für Mittelständler – was ist das?

22.05.2015 Finance,Management 2 Kommentare

Dies hängt natürlich immer vom operativen Geschäft und der Branche ab. Die Finanzierungsstrategie muss immer der Geschäftsstrategie folgen. Es soll die dazu benötigen finanziellen Mittel zeitgerecht, flexibel und möglichst günstig bereitstellen. Dabei sollen möglichst keine oder nur geringe zusätzliche Risiken entstehen. Das Risikomanagement sollte dabei immer im Auge behalten werden – wie auch bei der Liquiditätssteuerung, dem Währungs- und auch Zinsmanagement bzw. –hedging sowie M6A-Finanzeirungen und Venturecapital.

Zurück zu Finanzierung. Jede Branche hat eigene Bedürfnisse und Prioritäten. Aber für alle gilt: „Cash is King“, also ausreichende Liquidität ist Voraussetzung einer sicheren Entwicklung.

Neben der konkreten Einzelfall-Finanzierungen, die sich je nach Wirtschaftsgut unterscheiden und auch on- und off-balance Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen, ist in heutigen Zeiten die Kapitalmarktfinanzierung eine sinnvolle Ergänzung. Investoren für Bonds und Schuldscheine auch kleinerer mittelständischer Unternehmen sind reichlich vorhanden. Dadurch sind die Konditionen deutlich günstiger geworden. Auch einige publikumswirksame Ausfälle bei Mittelstandsbonds schrecken die Investoren nicht mehr nachhaltig.

Daher können nun erstmals auch kleinere Unternehmen – auch im Immobilienbereich – ihren Finanzierungsmix flexibler gestalten. Als Ergänzung zu klassischen besicherten Bankfinanzierungen können nun auch unbesicherte (oder auch besicherte) Kapitalmarktfinanzierungen aufgenommen werden. Die Konditionen für unbesicherte Instrumente sind vor allem im Immobilienbereich nahezu auf das Niveau von besicherten Bankfinanzierungen angekommen.

Was ist aber der richtige Mix? Wie immer sollte man nicht alles auf eine Karte setzen. Und das Unternehmen selbst nicht aus den Augen verlieren.

Unter Berücksichtigung der operativen Anforderungen kann für Mittelständler ein Anteil von 50% an Kapitalmarktfinanzierungen als sinnhaft erachtet werden. Diese Mittel werden direkt auf Ebene der Gesellschaft aufgenommen. Bei den i. d. R. unbesicherten Instrumenten erschweren oder behindern keine Sicherheitenverträge die die Nutzungen und / oder Veränderungen der Assets. Die Finanzierungen können auch in größeren Stückelungen (ohne Sicherheitengrößen wie Immobilienwerte beachten zu müssen) aufgenommen werden. Mittelständler, die gut bewertbare Sicherheiten / Assets halten und nur kleinere Volumina mittels Bonds oder Schuldscheindarlehen nachfragen – können auch Besicherung  für ein Schuldscheindarlehen anbieten um die Konditionen weiter zu drücken.

Ein 50 %-Anteil klassischer Finanzierungen mit Banken oder Leasinggesellschaften mit konkreten Sicherheitenbezug (also eher kleinteilig) sichert restnutzungsdauerkongruent die Finanzierung der Maschinen und Teile der Immobilen.
Die weiteren 50% an Fremdkapital können über den Kapitalmarkt eingeworben werden und dann frei verfügbar eingesetzt werden. Diese Flexibilität ermöglicht ein schnelles Reagieren auf Notwendigkeiten und Bedürfnisse. Durch die Kapitalmarktfinanzierungen entstehen lastenfreie Sicherheiten (und Immobilien), die bei Bedarf dann auch kfr. verwendet werden können. In dieser Funktion senkt die Maßnahme dann sogar Risiken.

Natürlich muss die Gesamtverschuldung und der LTV immer weiter im Auge behalten werden. Dies wird aber auch durch Covenants abgesichert. Die Kapitalmarktfinanzierungen führen hier nicht unbedingt zu einem „Mehr“ an Fremdkapital. Die Einhaltung von vernünftigen Gesamtverschuldungs-Ratios  auf Unternehmensebene eröffnet aber auch die Möglichkeit bei einem Abkühlen des Kapitalmarktes – mit dem auf absehbare Zeit nicht zu rechnen ist – das Fremdkapital wieder neu zu allokieren. Ggf. auch wieder zur Bank 😉

Eine Nutzung des Kapitalmarktes eröffnet aber auch die Möglichkeit, sich ein wenig von den Banken zu emanzipieren und von diesen unabhängiger zu werden. Auch ein wichtiges Thema in Bezug auf Risikomanagement, denn wir haben die Bankenkrise und die „Kreditklemme“ noch in Erinnerung. Neben einer Diversifikation der Kreditgeber kann damit auch eine Diversifikation der Finanzierungsmärkte und – Produkte vorgenommen werden.

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