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Heraklit

Zukunft der Banken? Was bedeutet dies für die Immobilienwirtschaft?

28.06.2017 Allgemein Keine Kommentare

Die Banken klagen aktuell laufend und mit steigender Schärfe über die Niedrigzinsen. Da durch entgingen erhebliche Einkünfte, die Sparer würden enteignet und die Stabilität des Bankensektors würde geschwächt. Gleichzeitig belasten die steigende Regulierung, das „Bankentestament“, der selbst mitgestaltete Kreditmargenwettstreit und das grosse Filialnetz.

Doch eigentlich muss man die Bankensituation in grösserem Zusammenhang sehen.

Die Wirtschaft denkt und handelt bereits europäisch. Auch die EZB denkt die Regulierung eurpäisch – diese Entwicklung steht bei den Banken selbst noch aus. Hier wird noch sehr national gedacht – auch von den Regierungen, die kleine Institute in Schiefglage trotz Verboten auf europäischer Ebene retten wollen. Häufig verlängern sie damit das Ende der Institute nur, deren Geschäftsmodell nicht mehr trägt.

Es muss und wird noch größere Fusionen im Bankenbereich geben. Dabei geht es nicht nur um Sparkassen und Volksbanken sondern um größere Institute, die national und künftig europäisch handeln.

Diese normale Marktbereinigung in einem Binnenmarkt ist zu begrüssen und wird Kosten senken und die Bonität und Krisenresistenz der verbleibenden Banken stärken. In Deutschland wird es eine weitere Bereinigung der Zentralbanken der Sparkassen- und Genossenschaftsbanken und Landesbanken geben. Bei den Großbanekn wird es weitere Spezialisierungen geben – auch eine Trennung von Investment- und sonstigem Bankengeschäft. Die verbleibenden deutschen Institute werden versuchen gleichartige europäische Institute zu übernehmen oder selbst übernommen werden. Am Ende erwarte ich insgesamt im Binnenmarkt ein gutes Dutzend aktive Banken, Regionalinsitute ausgenommen. Dies bedeutet, dass man sich bereits jetzt mal mit den Usancen bei anderen europäischen Banken im Bereich der Kreditvergabe beschäftigen sollte.

Für die Immobilienwirtschaft bedeutet die Entwicklung, dass potentielle Kreditgeber wegfallen und bestehende Kreditengagements  bei verschiedenen Instituten zusammenfallen werden. Damit könnten auch Kreditlimite bzw. Grosskreditgrenzen erreicht werden. Diese Lücken müssten dann andere Kreditgeber am Kapitalmarkt füllen,  die dann über andere Instrumente erreicht werden. Es würde also zu einer Renaissance der Anleihen und Schuldscheindarlehen kommen, die im derzeitigen Niedrigzinsumfeld etwas an Bedeutung verloren haben.

Daher macht es schon jetzt Sinn, sich bei der Finanzierung auch mal europäisch zu orientieren – und die Alternativen wie die Kapitalmarktfinanzierung im Auge zu behalten.

 

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Dr. Michael Piontek