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Heraklit

Zinsentwicklung – what’s next?

28.04.2015 Finance Keine Kommentare

Jetzt ist der 3- Monats-Euribor tatsächlich im April unter „0“ gefallen … Was bedeutet dies? Ein Dammbruch?

Ich glaube nicht, dass es nach dem Durchbruch der sicherlich charttechnisch wichtigen Unterstützungslinie bei „0“ zu einem steileren verfall kommen wird. Die Zinsstruktur ist seit einiger zeit immer langsam gesunken – ohne invers zu werden. Letzteres ist beachtlich, denn Zinswenden haben sich oft durch inverse Tendenzen und Strukturen angekündigt.

Das „Schiff“ sinkt mit dem kurzfristigen „Bug“ voran unter die Null-„Wasserlinie“. Daher dürften bald auch die Euribor-Sätze über 3 Monaten folgen – solange die EZB nichts an ihrer Politik ändert. Dies ist nicht zu erwarten.

Wo endet die Zinsabsenkung? Hier gibt es mehrere „Hürden“:
1. Die Bereitschaft von Banken Geld auszuleihen und inkl. der Marge (!) einen negativen Satz zu vereinbaren sehe ich als nicht gegeben an. bei Margen von bis zu 100 bps dürften daher auch die kfr. Zinsen nicht unter – 1,0% sinken. Da endet m. E. die Rally und der Einfluss der EZB.
2. Die EZB kann mit ihren Mitteln nur kfr. Laufzeitbänder stark beeinflussen. bei längerfristigen Zinsen wirkt eher der markt. Dieser kann sich zwar der Tendenz auch nicht nachhaltig entziehen – die Marktkräfte sind dort aber deutlich stärker. Wenn wir mal die Bundesanleihen (aufgrund der Sonderstellung) ausnehmen, dürfte ab einer Laufzeit von 3 Jahren der Einfluss der EZB stark abnehmen.  Dass sich Banken untereinander auf eine solche Laufzeit zu negativen Zinsen Geld leihen, erwarte ich in absehbarer Zeit nicht. Wenn diese Zinsen sich also in der Entwicklung immer stärker abkoppeln – je näher der Zinssatz gegen Null wandert – wird es zu einer Versteilung der Zinskurve kommen. Bis dahin sehe ich weiterhin einen „Grundabstand“ zwischen 3- Monats-Euribor zu 5-Jahresgeld von ca. 0,25% und weitere ca. 0,20 % zum 10-Jahresgeld.

Insgesamt bleibe ich dabei, dass die langfristigen Zinsen nicht mehr nachhaltig sinken werden. Die kfr. Zinsen sind weiterhin dem „Spiel“ der EZB ausgesetzt.

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Dr. Michael Piontek