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Heraklit

Geldanlagemanagement in Zeiten negativer Zinsen

13.12.2019 Allgemein Keine Kommentare

Ab 2020 werden auch die letzten standhaften Banken Verwahrentgelte („Negativzinsen“) auf Geldanlagen erheben. Das stellt das Treasury vor neue Herausforderungen, hat man bisher zumindest noch eine Nullverzinsung realisieren können. Entgangene Zinserträge tun erfahrungsgemäß nicht ganz so weh wie vermeidbare Zinsaufwendungen und Kosten.

Was tun? Der bekannte Dreiklang ist noch enger zu beachten und umzusetzen:

1. Liquidität vermeiden: Durch enge Liquiditätsplanung kann die vorzuhaltende Liquidität deutlich gesenkt werden. Damit reduziert sich dass (negativ) zu verzinsende Guthaben. Hier ist das Treasury aber sehr stark auf die operativen Bereiche angewiesen. Wie genau ist der Forecast? Wie sichert sich das Unternehmen gegen unerwartet Kosten ab? Wo kann man ggf. Reserven kurzfristig aktivieren? Wenn Liquidität neben Mieteinnahmen vor allem über Immobilienbelastungen generiert wird, muss man hier längere Beschaffungszeiten (6-8 Wochen) beachten. Je länger der Beschaffungszeitraum desto höher muss die vorgehaltene Liquidität sein. Kredite sollten auch nicht gleich vollständig abgerufen werden. Wenn möglich sollten längere, Bereitstellungszinsfreie, Abrufzeiten vereinbart werden. Dann kann die Liquidität bei Bedarf ohne Anlageprobleme abgerufen und eingesetzt werden – sozusagen eine Zwischenanlage zu Nullzins.   

2. Liquidität strukturieren: Wie viel Geld wird wirklich täglich verfügbar gebraucht? Was kann ggf. 30 Tage oder länger festliegen? Neben Tagesgeld können auch Kündigungsgelder oder kurzlaufende Wertpapiere interessant sein. Hier ist das Risiko zu beachten: In Zeiten ggf. steigender Zinsen sind Kursabschläge vorprogrammiert. Daher eher kurze Laufzeiten bei guten Bonitäten. Neben Wertpapieren kommen auch Geldmarktfonds in Betracht, die den Markt aber nur durch Kursrisiken und Bodensatztheorie schlagen können. Bitte auch beachten, wie viel Geld ggf. kfr. aus dem Fonds gezogen werden kann – hier hilft dann die Größe eines Geldmarktfonds.

3. Liquidität auf mehrere Banken und Produkte verteilen: Häufig gewährt eine Bank eine kleine Freigrenze, bevor Negativzinsen zu leisten sind. Diese Freigrenzen können bei mehreren Banken „eingesammelt“ werden um ein höheres Volumen zinsfrei zu parken. Auch ist das Thema Einlagensicherung jetzt wieder akut: Die Absicherungsgrenzen sind in den letzten Jahren nahezu unbemerkt deutlich abgesenkt worden. Bitte die Absicherungssumme je Kreditinstitut immer aktuell abfragen und nachhalten. Daher auch Anlage auf mehrere Institute und Institutsgruppen, um im Ernstfall möglichst mehrere Sicherungssysteme in Anspruch nehmen zu können. Als Kunde ist auch die Risikobereitschaft zu prüfen: Welche Produkte kommen in Betracht? Welches Schwankungsrisiko ist man zu tragen bereit? Ggf. muss die Anlage dann doch länger durchgehalten werden um Kursrisiken zu vermeiden. Daher ist eine Diversifikation der Anlagen erforderlich um ggf,. aus mehreren Analgen die auszuwählen, aus der der Geldabzug noch am Günstigsten ist.

Der Markt ist vielfältig und nicht unbedingt übersichtlich. Es ist schwer auch mehrere Banken und Angebote gut zu „handeln“.  Hierzu gibt es aber schon Softwareunterstützung.

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