Dr. Michael Piontek – Willkommen auf meiner privaten Webseite

Das einzig Konstante im Universum ist die Veränderung.
Heraklit

Das „Connected Property“ als Bindeglied zwischen digitalisiertem Unternehmen und Gebäudetechnik…

12.04.2017 Allgemein,Real Estate 1 Kommentare

Die Digitalisierung in den Immobilienunternehmen schreitet langsam voran. Sukzessive verschwinden Aktenberge und manuelle Rechnungsmappen und weichen Dokumentenmanagementsystemen und digitalen Rechnungsworkflows. Dabei ist zu beachten, dass die Dokumentenmanagementsysteme nicht nur als Archiv sondern als intelligente Arbeitsgrundlagen verstanden und eingerichtet werden. Dadurch können Dokumente nicht nicht nur manuell „in der Tonne“ gesucht werden („hoffentlich finde ich es wieder“) sondern automatisiert bei der Bearbeitung von Vorgängen (Rechnungsprüfungen, Gewährleistungsverfolgungen, Kreditbearbeitungen etc.) bereitgestellt werden. Dadurch entstehen echte Synergien. Die Möglichkeiten der einzurichtenden Workflows sind vielfältig – bis zur automatisierten Buchung unter Wegfall der Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung. Automatische Verschlagwortung, automatisiertes Controlling und automatisch erstellte Unternehmenspräsentationen in Managementinformationssystemen sind weitere, reale Möglichkeiten. Doch das spielt sich alles innerhalb des Unternehmens ab…

Viele der „Prop-Techs“ sind durch IT-Fachleute entstanden, die mit den anfallenden Daten und Prozessen durch Automatisierung und Drittverwendung der Informationen (Werbung, Cross-Selling) Wertschöpfung betreiben. Mit einem frischen und unbelasteten Blick werden Chancen erkannt, die die Immobilienwirtschaft selbst aufgrund „Betriebsblindheit“ und Unkenntnis der inzwischen erreichten, technischen Möglichkeiten nicht realisieren kann. Doch liegen die Grenzen dann beim fehlenden technischen Wissen und praktischen Erfahrungen der „Start-up´s“ um weiter zu gehen und in das immobilienwirtschaftliche „Kerngeschäft“ vorzustossen.

Ein Beispiel ist die Vernetzung der Immobilien mit den neuen Möglichkeiten der Prop-Techs bzw. der inzwischen erreichten Digitalisierung der Abläufe in den Immobilienunternehmen. Ein „Connected Property“ bietet erhebliche Möglichkeiten der Verschlankung, Qualitäts- und  Effizienzsteigerung bei der Immobilienverwaltung und -bewirtschaftung. Lassen Sie mich drei Beispiele bringen:

  • Flachdächer: Bei der Sanierung oder Neuerstellung von Dächern können heute textile „Wearable-Schichten“ eingebaut werden, die Feuchtigkeit sofort melden. Durch diese einfache Maßnahme können Undichtigkeiten frühzeitig, kostengünstig und ohne Schaden beim Mieter beseitigt werden. Die „Wearable-Schicht“ meldet den Schaden digital (ggf. über die Gebäudesteuerung) an den Eigentümer. Dort trifft die Information über eine Schnittstelle in einem definierten System ein. Das kann das (Bau-) Plaungssystem oder eine Handwerkerkoppelung sein. Es bildet sich ein neuer Beauftragungsworkflow, der auch zu einem Planansatz im laufenden Forecast oder einer Risikomeldung führt. Durch manuelle Authorisierung oder automatischer Freigabe (bis zu einer definierten Auftragssumme) kann dann, bei noch nicht überschrittenem Instandhaltunsgbudget, über die Handwerkerkoppelung der Auftrag zur Beseitigung zügig ausgelöst werden.
  • Fassaden: Ähnlich wie bei Regensensor am Auto sind Verschmutzungssensoren an Fassaden möglich. Diese Sensoren melden erreichte, zuvor definierte, Verschmutzungsgrade. Auch diese Information trifft im Unternehmen auf das instandhaltungsmaßnahmenverwaltende System und kann bei noch nicht ausgeschöpftem Budget prüfen, wie lange die letzte Fassadenreinigung zurückliegt. Wenn ein Wartungsvertrag hinterlegt ist, könnte das System nach Erreichung eines definierten Zeitabstandes zur letzten Reinigung in der letzten Ausbaustufe auch hier den Reinigungsauftrag automatisch auslösen. Sicherlich wird in der Praxis anfangs und je nach Auftragshöhe eine manuelle Beauftragung erfolgen.
  • Gebäudetechnik: Entlang von Pipelines werden Sensorenkabel verbaut, die Leckagen realtiv genau anzeigen. Nicht nur ob, sondern auch genau wo. Wenn solche Sensorenkabel auch entlang der Gebäudeversorgung mit Wasser, Abwasser, Heizung etc. verbaut würden, wäre die Ursache von Wasserschäden leicht identifiziert und lokalisiert. Die Meldung und Beseitigung kann dann analog der vorgenannten Fälle erfolgen.

Das alles sind nur Beispiele die helfen können schneller und kostengünstiger die Immobilien zu überwachen und Schäden zu vermeiden bzw. frühzeitig abzustellen. Natürlich hängt viel von den Kosten der Sensoren und Systemen ab. Wenn man aber nicht bei allen Immobilien vor Ort sitzt, sind dies besonders wertvolle Möglichkeiten der Objektüberwachung und -pflege. Aber heute sinken die Preise dieser innovativen Bauteile bereits deutlich. Parallel sind die beschriebenen Systeme udn Workflows in den Immobilienunternehmen bereits verfügbar. Der besondere Nutzen entsteht durch die Verbindung beider „Teile“ durch das „Connected Property“.

Tags:

Beitrag kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Alle Kommentare
Dr. Michael Piontek