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Das einzig Konstante im Universum ist die Veränderung.
Heraklit

Aus Forschung und Lehre: The Relational Economy … Evolutionäre Weiterentwicklung der bisherigen „Transaction Economy“? Was bedeutet dies für die einzelnen Unternehmen?

31.12.2015 Allgemein Keine Kommentare

Die Wirtschaft in den entwickelten (früher Industriestaaten genannten) Wirtschaftsräumen wandelt sich immer mehr in eine Dienstleistungswirtschaft. Der Anteil der klassischen produzierenden Industrien geht laufend zurück. Diese Entwicklung wird sich im Zuge der immer schnelleren Innovationsspirale weiter beschleunigen. Die Technisierung udn Automatisierung von Fertigungsprozessen wird in einigen Jahren dazu führen, dass

– kapitalintensive Produktionen zunehmend durch anlagesuchende Kapitalsammelstellen finanziert und abgedeckt werden. Diese Investitionsvehikel werden nur mit minimalen, zwingend erforderlichen eigenem Personal ausgestattet sein und die ggf. noch notwendigen Überwachungstätigkeiten über Dienstleister einkaufen. Die Produktion selbst wird weitgehend autonom automatisiert erfolgen (erste Schritte sehen wir bei der Fahrzeugherstellung – und das wird sich bis zum automatisierten Hochofen fortsetzen).
– Der Anteil der Dienstleistungen am BIP wird weiter zunehmen. Dabei wird auch der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung immer wichtiger werden.

Daher werden qualitative Aspekte eines Unternehmens gegenüber rein quantitativen an Bedeutung gewinnen. Folglich werden gute Beziehungen / Arbeitssituationen / Öffentlichkeitswirkungen in einer sich wandelnden Gesellschaft und Wirtschaftsumfeld immer wichtiger.

Durch den (ganz normalen) Wandel / Entwicklung der Wirtschaft ergeben sich ganz andere Grundlagen des zukünftigen Wirtschaftens. Wir müssen uns von dem Wirtschafts- und Industriebildes des 19. Jahrhunderts lösen und im Rahmen eines modernen, hoch technisierten Umfeldes denken. Es wird beim autonomen Autofahren nicht aufhören – ganze Produktionen werden autonom erfolgen. Es wird weniger – aber qualifiziertes Personal – für Steuerungs- und Überwachungstätigkeiten benötigt. Es können zuvor nach Asien etc. ausgelagerte Wertschöpfungen zurückkehren – sofern diese Staaten nicht schnell genug selbst das Know-How aufbauen.

In diesem zukünftigen dienstleistungsorientierten Umfeld werden daher weniger die kurzfristig günstigsten Produktionskosten enstcheidend sein, sondern auch qualitative Aspekte (wie z. B. Econommical, Social Governance).

Erfolgreiche Unternehmen werden daher einen nachhaltigen, kommunikativen und kooperativen Ansatz zu allen Stakeholdern verfolgen.

Ein Unternehmen sieht sich vielen Stakeholdern gegenüber (z. B. Kunden, Lieferanten, Gesetzgebung, Normungsinstitutionen, Banken, Versicherungen, Mitarbeitern, Gewerkschaften, Öffentlichkeit, Shareholdern, Aufsichträten etc.). Zu all diesen müssen Beziehungen untersucht und dann aktiv gepflegt werden. Dies kann unter Berücksichtugung der Parameter aus dem Relational Thinking (siehe meinen Beitrag dazu) erfolgen.

In Zeiten steigenden verfügbaren Einkommens wird nicht allein der Preis für den Vertrieb relevant sein, sondern ein Vertrauensverhältnis,  eine „Partnerschaft“ zwischen Kunde und Unternehmen. Pyschologsiche Effekte führen dazu, dass der Kunde lieber dort kauft, wo er sich fair behandelt fühlt (Beharrungseffekte, Scheu vor Wechsel).

Lieferanten werden eher Partner (auch bei der Produktentwicklung) – und daher nicht mehr so einfach preislich zu „quälen“ sein.

Mitarbeiter werden (Top-down nach Qualifikation) eher Unternehmer im Unternehmen sein. Es wird andere Arbeitsformen und -verhältnisse geben, wie bereits heute als Berater und Interims-Manager. Die Bindung der Mitarbeiter durch qualitative Maßnahmen wird weiter an Bedeutung gewinnen. Dazu gehört auch der Ruf des Unternehmens.

Das Zielbild der Unternehmen wird sich von reiner Gewinnmaximierung auf Nachhaltigkeit und „Relational Management“ erweitern. Dies wird  „State of the Art“ werden und für Investoren ein wichtiges Kriterium sein.

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