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Zinssicherung – jetzt? und wenn ja, wie?

08.01.2016 Finance Keine Kommentare

Der Zinserhöhung der FED ist Herr Draghi bereits mit expansiven Maßnahmen zuvor entgegengetreten. Dies war ein klares Signal, dass die EZB dem Kurswechsel der FED nicht folgen will. Es blieb abzuwarten, ob die europäischen Zinsen dennoch dem Sog aus den USA folgen würden. Ich hatte vorhergesagt, dass dies nicht erfolgen würde – sondern sich die Unterschiede sich eher im Wechselkurs USD/EUR abbilden würden.

 

 

Die Zinsen im Euroraum haben sich nicht von der FED-Erhöhung beeindrucken lassen. Die kurzfristigen Zinsen werden ohnehin stark von der EZB gesteuert – aber auch die langfristigen Zinsen haben keine nennenswerte Aufwärtsbewegung gezeigt.

Ich gehe daher davon aus, dass auch die kommenden „graduellen“ und angekündigten Maßnahmen der FED in 2016 keinen nennenswerten Einfluss ausüben werden.

Im kurzfristige Bereich bleibt ohnehin abzuwarten, wie lange die Niedrigzinspolitik der EZB anhält. Solange die Staatshaushalte der Eurozone keine höheren Zinsen vertragen bleibt anzunehmen, dass die Zinsen gesteuert niedrig bleiben werden.

Daher kann man heute zwar langfristig mittels Zins-Cap oder Festschreibung sichern – man kann aber auch noch etwas zuwarten. Wenn Sie variable oder auslaufende Zinssicherungen haben, die Sie nachsichern möchten – dann kann dies auch mittels CAP erfolgen.

Eine Absicherung mittels Zins-CAP eröffnet die Möglichkeit, weiterhin an den niedrigen kurzfristigen Zinsen zu partizipieren. Gleichzeitig sichert man sich gegen unerwartete Zinserhöhungen ab. Die Preise für einen Strike bei 3% liegen für 5 Jahre sehr niedrig, bei 10 Jahren schon etwas höher. Der Markt erwartet daher auch für die nächsten 5 Jahre keine wesentlichen kurzfristigen Zinserhöhungen.

Eine Absicherung mittels Festzins sichert zwar die heutigen, niedrigen langfristigen Zinsen für z. B. 10 Jahre – allerdings liegen diese Zinssätze dennoch rd. 0,9% über dem 3-Monats-Euribor. Dieses „Aufgeld“ zahlt man ab sofort. Es bleibt also der eigenen Zinsmeinung überlassen, ob man damit rechnet, dass die kurzfristigen Zinsen im Betrachtungszeitraum ggf. bis auf 2 % steigen (um im Mittel das Aufgeld wieder barwertig auszugleichen).

Meine Empfehlung wäre erst einmal gar nicht zu tun, sondern 2016 abzuwarten und laufend zu beobachten. Alternativ würde ich eher zu Zins-Caps raten, da ich eine gewisse Möglichkeit sehe, dass wir in Euroraum weiterhin mittel- bis langfristig niedrige kurzfristige Zinsen sehen werden. Auch ist das Japan-Gespenst noch nicht nachhaltig auf europäischer Ebene vertrieben. Zu frühe Absicherung kann sich bekanntlich auch als nachteilig erweisen.

Im Ergebnis bleibt dies natürlich Ihrer Zinsmeinung und -erwartung sowie Ihrer Risikoakzeptanz überlassen.

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Dr. Michael Piontek